Ausschreibung von zwei experimentelle Doktorarbeiten in der Klinik & Poliklinik für Innere Medizin I

Zwei experimentelle Doktorarbeiten in der Klinik & Poliklinik für Innere Medizin I

 

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Kupatt sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen medizinischen Doktoranden für eine experimentelle/tierexperimentelle Doktorarbeit, in welcher rekombinante adeno-assoziierte virale Vektoren (rAAV) über eine Beschichtung mit Nanopartikeln und zellspezifischen Peptiden modifiziert werden sollen, um die rAAV-vermittelte Expression auf spezifische Zelltypen in vivo zu beschränken.

Rekombinante adeno-assoziierte Viren stellen einen nützlichen Vektor für die Gentherapie dar. Sie ermöglichen es, Gene in vivo in spezifische Zellen zu transduzieren und über einen längeren Zeitraum zu exprimieren, ohne dabei eine ausgeprägte Immunantwort des Wirts auszulösen. Hierbei haben die verschiedenen Serotypen der rAAVs eine gewisse Zellspezifität. So führ der rAAV Serotyp 2/9 zu einer robusten myokardialen und muskulären Expression. Leider stehen aktuell keine Serotypen zur Verfügung, die zu einer stabilen Expression in Endothelzellen, Fibroblasten und Perizyten führen. Diese drei Zelltypen stellen jedoch, zusammen mit den Kardiomyozyten, die größte Menge an kardialen Zellen.

In vorhergehenden Arbeiten unserer Gruppe konnte eine Modifikation des rekombinanten adeno-assoziierten Virus hergestellt werden, die zu einer stabilen Expression in Endothelzellen führt. Hierzu wurden die rAAVs mit einer Peptidsequenz ausgestattet, die eine endotheliale Transduktion ermöglicht. Diese Peptidsequenz wurde identifiziert über ein in vitro Biopanning. Hierzu wurde eine Oligonukleotid Bibliothek etabliert. Zu diesem Zweck wurden zufällige Mutationen über eine PCR-Reaktion in die Capsidstruktur einer Bacteriophage eingebracht, sodass eine Vielzahl an unterschiedlichen Viruspartikeln entsteht. Im Anschluss wurde untersucht, welcher dieser Mutationen zu einer Verbesserung der endothelialen Transfektion in der Zellkultur führt und diese Peptidsequenzen wurden im Anschluss in vivo getestet.

In einem analogen Ansatz soll nun eine Peptidbibliothek für Fibroblasten und Perizyten erstellt werden, um eine spezifische Transduktion dieser Zelltypen zu ermöglichen. Für diese Arbeiten suchen wir je einen Doktoranden für die in vitro und in vivo Versuche.

Methoden, die im Rahmen dieser Arbeit erlernt und angewandt werden sollen, sind zum einen die Generierung der Peptidbibliotheken (methodisch stehen hier PCR, Zellkulturarbeit, Western Blot, Immunzytochemie und Mikroskopie im Vordergrund) und zum anderen die in vivo Testung im Mausmodell (mit den methodischen Schwerpunkten Handhabung von Mäusen, intravenöse Injektionen, Organentnahme und histologische Aufbereitung).

Wir bieten:

- Strukturierte Einarbeitung

- Persönliche Betreuung durch Dr. Tarik Bozoglu und Dr. Tilman Ziegler

- Erlernen der oben beschriebenen Techniken

- Wöchentliche Laborbesprechungen

- Regelmäßige journal clubs

- Möglichkeit, Ergebnisse vorzustellen im Rahmen von regelmäßig stattfindenden progress-reports in der Arbeitsgruppe und auf Kongressen (Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim, Cardiac Regeneration and Vascular Biology Conference in San Servolo)

 

Wir suchen einen Doktoranden mit:

- Kenntnisse in EXCEL und PowerPoint

- Interesse an kardiovaskulären Fragestellungen

- Motivation für experimentelle Arbeit

 

Zur initialen Lektüre empfiehlt sich eine Arbeit eines Kooperationspartners zu diesem Themenkomplex (Varadi et al., Gene Therapy, 2012, DOI: 10.1038/gt.2011.143). Bewerbungen mit kurzem Motivationsschreiben und tabellarischem Lebenslauf bitte an tilman.ziegler@tum.de. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

 

Prof. Dr. C. Kupatt (Arbeitsgruppenleiter)

Dr. med. T. Ziegler / Dr. rer. hum. biol T. Bozoglu (Projektbetreuer)

Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I

Klinikum rechts der Isar

Ismaninger Str. 22

81675 München

089-4140-2670