Charakterisierung der intestinalen Stammzellnische mit Fokus auf die neuro-epitheliale Interaktion

Die engmaschige Innervation des Dünn- und Dickdarms durch das enterische Nervensystem (ENS) ermöglicht die vorwiegend autonome Regulation intestinaler Absorption, Sekretion sowie Peristaltik. Dies wird vermittelt über eine Vielzahl neuronaler Transmitter, welche in ihrer Zusammensetzung der des zentralen Nervensystems ähnelt. Die Bedeutung des ENS für intestinale Homöostase kommt eindrücklich zum Vorschein im Rahmen krankheitsbedingter Veränderungen der zellulären Komposition (zumeist genetische Erkrankungen) oder funktionellen Veränderungen enterischen Signalings (zumeist inflammatorische Prozesse; Tumorwachstum). Das intestinale Epithel wird umgeben von der intestinalen Nische. Diese setzt sich zusammen aus einer Vielzahl von Zellen der Mukosa sowie Botenstoffen, welche epitheliale Funktionen engmaschig regulieren. Enterische Neurone sind ein essentieller Bestandteil dieser Nische. Der Fokus der Arbeitsgruppe liegt auf der Erforschung der funktionellen Bedeutung neuronalen Signalings in der intestinalen Nische. In dem umschriebenen Projekt soll der Einfluss cholinergen Signalings auf das intestinale Epithel untersucht werden, insbesondere im Vergleich des Dünn- und Dickdarms. Hierzu bestehen bereits interessante Vordaten, so dass die angestrebte Arbeit in 12 Monaten Vollzeit im Labor gut umzusetzen ist. Dazu benötigte Methoden sowie Tiermodelle sind bereits im Labor etabliert. Der Projektbeginn ist angedacht für Oktober / November 2020.