Ein kurzer Rückblick zu LET ME … talk about it! mit Eckart von Hirschhausen

Man kennt ihn vom Fernsehen und aus dem Internet – ein Arzt, der Komiker, Kabarettist, Moderator und Autor geworden ist und dabei den Bogen zwischen breitenwirksamer Unterhaltung und medizinischer Aufklärung schlägt. Am 8. Mai war Eckart von Hirschhausen bei uns zu Gast am Klinikum rechts der Isar. Mitgebracht hat er eine vielschichtige Kostprobe seines Programms und seiner Bücher und einige auf uns Studierende zugeschnittene Denkanstöße. Die Veranstaltung fand im Rahmen von LET ME … talk about it! und zugunsten der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN (HHH) statt.

Worüber wurde gesprochen und gelacht? Irgendwie über alles ... angefangen bei der Diskussion von notwendigen Abklärungsmaßnahmen, über die Ansätze von Persönlichkeitsbildung und Fehlerkultur im Gesundheitssystem, bis hin zur Impfgegnerdebatte, der alternativen Medizin und dem Klimaschutz. Eckart von Hirschhausen scheute sich vor nichts. In seinem Vortrag nahm er uns einmal quer durch alles mit, über das man sich im Studium wahrscheinlich eher keine Gedanken macht. Humorvoll verpackt und anekdotisch untermalt. Sein Anliegen? Er richtet sich direkt an uns Studierende und appelliert für ein bisschen mehr Patientenliebe, Selbstfürsorge, soziales Engagement und Wunderglaube.

Obwohl die Themen bunt wie aus der Wunschkiste gegriffen kamen, sind mir zwei Fragen ganz besonders hängen geblieben:

Welchen überzeugenden Grund haben wir, um Ärztin und Arzt zu werden?

Welche Rolle spielt Humor für die gute Ärztin und den guten Arzt? Und wo, wann und wie hilft Humor nicht nur Heilen, sondern auch dem eigenen Arztsein?

Die Frage nach unseren Gründen rahmte die Veranstaltung am Anfang und Ende. Die Fragen nach dem Humor waren unterschwelliger und sind Inbegriff dessen, was Eckart von Hirschhausen immer wieder auf die Bühne bringt: Wie kann Humor uns zum Nachdenken herausfordern? Auf dem 3sat-Festival 2018 hat Hirschhausen dazu eine bildliche Antwort gegeben: Manchmal stehen wir wie ein Huhn vor einem Zaun zum Paradies. Wir wollen Hauptsache hindurch, durch den Zaun auf die andere Seite, aber weder drüber noch drunter gibt es einen Weg. Humor hilft uns, so sagt er, einen Schritt zurück zu treten und zu sehen, dass der Zaun nur wenige Meter misst, um die man auch gelassen herumgehen kann. Und plötzlich stehen wir auf der anderen Seite. Wenn man die Medizin mit dem Zaun vergleicht, stellt sie uns oft vor so unmittelbare und existentielle Herausforderungen, dass wir froh über einstudierte Abläufe und Leitlinien sind. In Notsituationen sowie im Studium ist von uns selten das Denken outside the box gefragt. Dass Humor uns unter Stress erleichtert und wir den weißen Kittel unter Umständen vielleicht auch mal zu ernst nehmen, darauf muss man erst einmal kommen. All das hat aber tiefgreifende Konsequenzen für unser ärztliches Handeln und wie Hirschhausen immer wieder betont: auch für unsere Gesundheit.

Im Rahmen von LET ME stellen wir uns diese und ähnliche Fragen immer wieder. Denn das Bewusstsein, dass wir dabei entwickeln können, bringt uns persönlich weiter. Es kann nicht nur unser eigenes ärztliches Selbstverständnis vorantreiben, sondern auch den Weg zu einem professionellen und zugleich menschlichen Umgang gegenüber unseren Patientinnen und Patienten bahnen. Daher Danke an Eckart von Hirschhausen: In einer Ausbildung, die darauf baut, dass wir biochemische Zusammenhänge verinnerlichen und in Notsituationen chronologisch Wissen abrufen, können wir eine solche Herausforderung unserer Lach- und Denkmuskeln gut gebrauchen!

                               Sabrina Lichtenberg (viertes klinisches Semester)