Medizinische Doktorarbeit in der Gastroenterologie/Infektiologie zu vergeben

Hintergrund:

Der Nachweis von Mikroorganismen bei Infektionen ist ein essentieller Bestandteil für die Einleitung einer adäquaten antiinfektiven Therapie. Kulturbasierte Nachweisverfahren werden in der klinisch-mikrobiologischen Routinediagnostik (RD) gegenüber PCR-basierten Verfahren weiterhin bevorzugt, da nur so eine phänotypische Resistenz-Testung (Goldstandard) bisher erfolgen kann, die Grundvoraussetzung für eine testgerechte antibiotische Therapie ist. Nachteile kulturbasierter Nachweisverfahren sind die geringe Sensitivität und die lange Bebrütungszeit („Time to Positivity“) . Insbesondere bei paucibazilliären (keimarmen) Infektionen (z.B. spontan bakterielle Peritonitis, Meningitis, Pleuraempyem) weisen kulturbasierte Nachweisverfahren eine hohe Rate an falsch negativen Befunden auf. Grund hierfür ist, dass meistens nur ein Bruchteil der Patientenprobe (z.B. max. 5-10 ml von 1,5-5 l entnommenen Aszites) ohne Anreicherung auf Mikroorganismen untersucht wird. Die Monolithische Afiinitätsfiltration (MAF)-Säulen-Technologie hat bereits vielversprechende Ergebnisse bei der Filtration von Bakterien aus dem Trinkwasser aufzeigen können. Dabei scheinen mit bestimmten Antibiotika oder Antikörper beschichtete MAFs eine besonders hohe bakterielle Affinität zu besitzen.

Ziel des Forschungsvorhabens:

Das IGSSE-Projekt ist Bestandteil einer interdisziplinären TUM-internen Forschungskooperationsprojekt zwischen dem Institut für Wasserchemie und Chemische Balneologie (Prof. Elsner, PD Dr. M. Seidel), AG Implantat-assoziierte Infektforschung (Prof. R. Burgkart, Dr. A. Obermeier) und der AG Gastrointestinale Infektionen (PD Dr. med. J. Schneider, S. Würstle) des Klinikums rechts der Isar. Langfristiges Ziel dieses Kooperationsprojektes ist die Entwicklung eines speziellen Filtersystems für verschiedene Körperflüssigkeiten (Aszites, Blut, etc.), um Mikroorganismen in kürzester Zeit anreichern zu können.

Ihre Aufgaben:

Untersuchung bakterieller Adhäsionseigenschaften von verschiedenen Affinitätsliganden (Antikörper, Antibiotika, etc.) 

Bestimmung der Sensitivität verschiedener Liganden-beschichteten MAF-Säulen für die Anreicherung von Mikroorganismen in Körperflüssigkeiten

Wir bieten:

Hochqualitative Promotionsmöglichkeit im IGSSE-Förderprogramm

Zugang zu diversen bezahlten, individuellen Fördermöglichkeiten der International Graduate School of Science and Engineering (IGSSE), wie z.B.:

Workshops zu Softskillerweiterung, Wissenschaftlichem Schreiben

3 monatiger Auslandsaufenthalt in einem renommierten Forschungsinstitut

Ggf. studienbegleitende Weiterbildung zum MBA (Teilfinanzierung möglich)

Netzwerkbildung innerhalb der IGSSE-Projektteams

Des Weiteren, Arbeiten in einem interdisziplinären Team bestehend aus 4 Doktoranden (Bioingenieuren, Chemikern und Medizinern)

Wir erwarten:

Eigenständige und interdisziplinäre Arbeitsweise

Großes Interesse an wissenschaftlichen Zusammenhängen

Hohes Maß Flexibilität und Teamfähigkeit

Arbeitsumfang der Doktorarbeit:

Praktisch-experimenteller Teil: 1,5 Jahre

Durchschnittliche Wochenarbeitsstunden: ca. 8 h (flexible einteilbar)

Kontaktadresse für Bewerbungen:

Priv.-Doz. Dr. med. Jochen Schneider

Arbeitsgruppenleiter Gastrointestinale Infektionen

II. Medizinische Klinik und Poliklinik

Klinikum rechts der Isar

Ismaningerstrasse 22

81675 München

E-Mail: Jochen.Schneider@tum.de

 

 

Literatur

siehe: Ausschreibung Doktorand IGSSE Projekt.pdf